Wer an Whisky denkt, der denkt in der Regel als erstes an Schottland. Kurz darauf folgt wahrscheinlich Irland – die ursprüngliche Heimat des Whiskey. Dann kommen wahrscheinlich die USA mit Ihrem großen Ausstoß an Bourbon. Danach allerdings wird es aber auf der Weltkarte schon dünn was Whisky angeht – möchte man meinen!

Der Eindruck täuscht allerdings, mittlerweile gibt es Destillerien in über 25 Ländern der Welt, und viele brauchen sich vor den großen Brüdern aus Schottland, Irland und Amerika nicht zu verstecken. In diesem Beitrag stellen wir 7 Regionen vor, die jeder Whisky Fan auf dem Schirm haben sollte.

Irish Whiskeyfässer in der Sonne. (Foto: Pixa
Irish Whiskeyfässer in der Sonne. (Foto: Pixabay)

Indien

Indien ist der größte Whisky Konsument der Welt, was natürlich auch an der enormen Bevölkerungsgröße liegt. Dementsprechend viel Whisky wird in Indien auch produziert – allerdings stellen die meisten indischen Brenner keinen “echten” Whisky her, da er meist auf Melasse anstatt auf Korn bzw. Malz basiert. Vom europäischen Verständnis her ist das eher Rum – die Inder nennen es lediglich Whisky.

Natürlich gibt es aber auch Ausnahmen, wie beispielsweise Amrut oder Paul John von der Insel Goa. Hier wird tatsächlich Whisky nach schottischem Vorbild hergestellt. Aber auch hier gibt es einen Wermutstropfen, zumindest im Fall Amrut: Amrut produziert zwar in Indien, importiert aber den Großteil seiner Zutaten. So zeigt sich im Whisky also weniger der Charakter der Region, sondern mehr die Fähigkeiten des Brenners – die aber einen zugegebenermaßen gut schmeckenden Whisky hervorbringt.

Japanischer Whisky lag in den letzten Jahren stark im Trend. (Foto: Pixabay)
Japanischer Whisky lag in den letzten Jahren stark im Trend. (Foto: Pixabay)

Japan

In Japan hat Whisky eine lange Tradition – seit 1924 werden hier Single Malts und Blends hergestellt, die zu den besten der Welt zählen. Die Japaner haben Ihre Herstellungsmethoden komplett an die der Schotten angelehnt und machen dies mittlerweile dermaßen gut, dass Sie in Blindverkostungen oft vor Ihren großen schottischen Brüdern landen. Das zeigt sich auch an der Preisentwicklung: Aufgrund des geringen Ausstoßes und der langen Vorlaufzeit sind die Preise für japanischen Whisky in den letzten Jahren geradezu explodiert.

Bekannte Marken sind Nikka, Hibiki und Yamazaki. Letzterer gewann als erster japanischer Whisky eine Goldmedaille bei der International Spirits Challenge 2003 und der Yamazaki 1984 wurde unter allen Teilnehmern “Supreme Champion Spirit” bei der International Spirits Challenge 2010.

Kanada

Kanada hat ein wenig laxere Regeln, was das Thema Whisky-Herstellung angeht: Zwar muss der Whisky auch drei Jahre oder mehr im Holzfass gealtert sein und aus einer Korn-Maische hergestellt sein, allerdings ist die Zugabe von Zucker und anderen Geschmacksstoffen zulässig und es gibt keine Begrenzungen beim Alkoholgehalt.

Daher kommt wahrscheinlich auch der Ruf des kanadischen Whisky, dass er günstig, aber trotzdem wohlschmeckend ist. Der Großteil der Kanadischen Whiskey sind keine Malt, sondern Grain- oder Roggen Whiskeys. Trotzdem hat der kanadische Whisky oft eine anständige Qualität, die ihn zum Beispiel für Cocktails attraktiv macht. Gute Marken aus Kanada sind unter anderem Canadian Club, Glen Breton und Crown Royal.

Auch in Kanada wird Whiskey hergestellt. (Foto: Pixabay)
Auch in Kanada wird Whiskey hergestellt. (Foto: Pixabay)

Australien

Australien als eigene Region zu betrachten ist fast schon übertrieben, denn die Hauptinsel produziert eigentlich keinen nennenswerten Whisky. Der Großteil des Ausstoßes kommt von der kleinen Insel Tasmanien. Tasmanische Whiskies haben es dafür in sich: Durch die klimatische Ähnlichkeit mit Schottland kommen einige ausgesprochen gute Whiskies von der Insel – so erzielte der Sullivans Cove 2013 herausragende 96,5 von 100 Punkten in Jim Murrays Whisky Bible.

Weitere bemerkenswerte Marken sind Lark, Overeem, Belgrove und Hellyers Road.

Taiwan

Auf der Insel Taiwan gibt es zwar nur eine kommerzielle Brennerei – Kavalan – die hat es aber in sich. Erst seit 2006 am Markt wird der Whisky in den letzten Jahren regelmäßig mit internationalen Auszeichnungen versehen. Durchaus einen Blick wert.

In Deutschland werden vermehrt auch Whiskys gebrannt. (Foto: Pixabay)
In Deutschland werden vermehrt auch Whiskys gebrannt. (Foto: Pixabay)

Deutschland

Deutschland ist zwar eher durch seine Bierkultur geprägt, allerdings entwickelt sich auch hier langsam aber sicher eine ernstzunehmende Whisky Szene – die Maische als Grundstoff beziehen viele Brenner tatsächlich von Bierbrauern aus Ihrer Umgebung.

Und auch wenn deutscher Whisky oft nicht durch seine lange Lagerzeit besticht – viele der Whiskies schaffen gerade mal die offizielle Marke von drei Jahren Lagerung, nach denen sich ein Whisky auch Whisky nennen darf – sind sie geschmacklich doch ausgezeichnet. So haben beispielsweise der “Spinnaker Single Cask Malt” der Brennerei Blaue Maus oder der 5 jährige Single Rye aus dem Bordeauxfass von Eifel Whisky in Jim Murrays Whisky Bibel mit 97 bzw. 96 Punkten abgeschlossen – Spitzenklasse.

Schweden

Die Schweden gelten ja oft als eigensinnig – und auch beim Thema Whisky stechen Sie durch innovative Abfüllungen hervor. Und natürlich sind Sie klimatisch auch gesegnet, mit vielen kleinen Inseln bekommt der Whisky im Fass eine gute Prise Meeresluft ab. Die Schweden trinken gerne Whisky – und stellen Ihn auch ausgezeichnet her. Seit 2013 haben 10 neue Brennereien angefangen, Whisky herzustellen. Besonders sticht dabei Mackmyra heraus, die nach eigenen Angaben so gute Gerste haben, dass sogar schottische Hersteller diese von Mackmyra importieren.