Gewässer in Schottland

Eine interessante Frage des Whiskytrinkens zu der es die unterschiedlichsten Meinungen gibt, ist die Frage ob man den Whisky vor dem Konsum mit Wasser vermischen sollte oder nicht. Viele Whiskygenießer werden jetzt laut aufschreien und rufen: „Meinen edlen Whisky werde ich doch nicht verwässern!“ Doch unter gewissen Umständen kann die Beimischung von Wasser ins Whiskyglas durchaus sinnvoll sein und den Genuss noch verstärken.

Whiskys in Fassstärke lassen sich besser verdünnen

Sollten Sie einen Whisky in „Cask-Strength“ – Fassstärke erstanden haben, diese Whiskys zeichnen sich durch noch intensivere und komplexere Aromen aus, kann der Alkoholgehalt im Whisky durchaus 50 bis 65 Volumenprozent betragen. Häufig zu viel um den Whisky pur genießen zu können, da die Geschmacksnerven betäubt und somit das Geschmackserlebnis verfälscht wird. Hier kann es also sinnvoll sein, den Whisky durch Beigabe von Wasser auf Trinkstärke zu reduzieren. Auch bei manchen Whiskys mit reduzierter Stärke (40 % Alkohol) kann durch kleine Wassergabe ins Whiskyglas das Geschmackserlebnis verfeinert und plötzlich intensiver und völlig anders wahrgenommen werden.

Besser vorerst mit geringen Wassermengen den Geschmack testen

Idealerweise sollte mit wenigen Tropfen experimentiert werden bis der persönlich perfekte Geschmack erreicht ist. Durch das sogenannte „Aufschließen“ des Whiskys können teilweise noch ganz andere Aromen im Whisky wahrgenommen werden, welches zuvor zum Beispiel fest hinter Rauch- und Torf versteckt war. Um nicht aus Versehen zuviel Wasser auf einmal in das Whiskyglas zu geben, bietet sich die Verwendung einer Pipette an. Darüber hinaus sollten bei einem Whiskytasting ausschließlich hierfür geeignete Nosing-Gläser, wie zum Beispiel das Glencairn-Glas, zum Einsatz kommen.

Schottisches Wasser für beste Aromen

Von großer Bedeutung ist jedoch, dass nicht jedes Wasser gleichermaßen geeignet ist, da Salze und Hydrogencarbonat Einfluss auf den Whiskygeschmack nehmen können. Echte Schotten würden ihren Whisky nie mit einem beliebigen Wasser verdünnen sondern setzen auf heimisches naturgemäß mineralarmes Wasser. Abfüllungen hiervon sind auch in Deutschland im Fach- und Versandhandel erhältlich. Wenn man aber gerade kein (teures) schottisches Wasser zur Hand hat, kann sich auch mit mineralarmen Wässern aus dem Getränkemarkt behelfen. Geeignet sind hierbei mineralarme Sorten wie zum Beispiel Evian, Vittel oder Volvic.

Hinweis: Zum Verdünnen sollte man selbstveständlich nur stilles Wasser verwenden. Gesprudeltes Wasser macht den Whisky unruhig und beeinträchtigt den Genuss erheblich.