Whisky Sour im Glas

Whisky, Zitronensaft und Zuckerrohr – so einfach die Zutaten für diesen Cocktail, so komplex ist die Aromenvielfalt. Säure prallt auf Süße und wird von der charaktervollen Schärfe des Whiskeys (meist ein Bourbon) aufgefangen. So mancher Cocktail-Kenner bezeichnet den Whisky Sour auch als König der Whisky-Drinks. Nicht ganz zu unrecht, denn obwohl die Zutaten immer die gleichen sind, ist es hier das Mischverhältnis, welches den Ausschlag gibt. Denn schließlich soll der Whisky Sour weder zu süß noch zu sauer werden.

Whisky Sour: Ein Drink und viele Rezepte

Der Whisky Sour zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Drinks und fehlt wohl in keiner Bar, die etwas auf sich hält. Der Whiskey Sour wird schriftlich vermeintlich im Jahr 1870 erstmalig erwähnt. Im Umkehrschluss heißt dies, dass der Sour schon damals eine gewisse Tradition hatte, also sogar noch älter ist. Für einen Drink mit einer so langen Geschichte haben sich über die Jahre viele verschiedene Rezepte entwickelt. Das grundlegendste ist das Whisky Sour Rezept der International Bartenders Association (IBA).

Das Original: Whiskey Sour Rezept der IBA

Im offiziellen Rezept für einen Whisky Sour werden nicht nur die Zutaten angegeben. Darüber hinaus ist auch festgelegt wie man den Drink zubereitet und welches Glas man verwenden sollte. So sind im offiziellen Whiskey Sour Rezept Bourbon, Zuckersirup und Zitronensaft die wichtigen Inhalte. Optional kann auch zusätzlich auch etwas Eiweiß verwendet werden (doch dazu später mehr). Als offizielles Glas für den Drink gilt übrigens ein klassisches Martini Glas.

Welche Zutaten braucht man für die IBA-Version des Whiskey Sour?

  • 4,5 cl Bourbon-Whiskey
  • 3 cl frischen Zitronensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • Eiweiß (optional)

Wie mixt man den Drink?

Die Zutaten nacheinander in einen mit Eis gefüllten Shaker geben und gut durchschütteln (dies ist besonders wichtig, wenn man Eiweiß verwendet). Anschließend in ein mit großen Eiswürfeln gefülltes Martini-Glas (es geht aber auch ein Tumbler) abseihen und mit einer Maraschino-Kirsche sowie einem Orangen-Schnitz verziert servieren.

Für den Whisky Sour gibt es viele Varianten. So kann man ihn auch mit Limetten mixen. (Foto: Freepik)
Für den Whisky Sour gibt es viele Varianten. So kann man ihn auch mit Limetten mixen. (Foto: Freepik)

Welche Varianten des Whisky Sour gibt es?

Das Original Whiskey Sour Rezept macht klare Vorgaben zu Zutaten und Herstellung. Dennoch gibt es unzählige Varianten, die im Glas ebenfalls sehr gut funktionieren und hervorragend schmecken. Vor allen Dingen, wenn man hobbymäßig auf einer Party ein paar Drinks mixt, hat man unter Umständen nicht alle Zutaten parat. Ein bisschen Improvisation und Probieren kann bei einem Drink wie dem Whisky Sour nicht schaden.

Was das Rezept für den offiziellen Whiskey Sour nämlich nicht verrät ist, welchen Whiskey man am besten für den perfekten Sour verwendet. Die amerikanische Variante geht hier von Bourbon aus. Doch auch Whisky Sours aus Scotch-Blends, Irish Whiskey oder sogar Single Malts haben ihre Berechtigung und bringen spannende Nuancen in den Drink ein. Erlaubt ist also alles was Spaß macht, schmeckt und den Grundcharakter des Whiskey Sour nicht zu stark verfälscht.

Unser Whisky Sour Rezept:

Für unsere Variante des Whisky Sour haben wir einen der bekanntesten Single Malts genommen. Im Vergleich zum oft recht kernigen Bourbon bringen Single Malts (z. B. aus der Speyside) mehr süße und fruchtige Aromen in den Drink ein. Den Zuckersirup aus dem Original-Rezept haben wir durch Rohrzucker ersetzt. Außerdem ist dieser Whisky Sour ohne Ei. Gerade wenn man spontan mixt, hat man auf Partys häufig keinen Sirup zur Hand. Zuckersirup kann man jedoch auch relativ leicht selber herstellen.

Welche Zutaten braucht man?

  • 4 cl Whisky (wir haben Glenfiddich 12 Jahre verwendet)
  • 3 cl Zitronensaft
  • 1 Löffel Rohrzucker

Wie mixt man den Drink?

Die Zutaten werden im mit Eiswürfeln gefüllten Shaker gemixt. Anschließend wird der Drink (am besten über ein Sieb) in ein Whiskyglas gegossen, welches zuvor mit zwei bis drei Eiswürfeln gefüllt wurde. Besonders gut eignet sich für diesen Drink natürlich ein Tumbler-Glas. Spannend ist bei diesem Mischverhältnis die ausgeprägte Säure des Drinks, die sich versucht gegen den Zucker durchzusetzen. Der Whisky bahnt sich seinen Weg erst im Nachgang an die Geschmacksnerven…

Hinweis zum Zitronensaft: Die Säure von unterschiedlichen Zitronensäften kann teilweise erheblich abweichen. Insbesondere die bekannte „gelbe Plastikzitrone“ ist für Cocktails nicht sonderlich geeignet. Am besten nimmt man einen Zitronensaft mit möglichst hohem Fruchtanteil, der nicht so extrem sauer ist. Frisch auspressen ist ebenfalls eine Alternative. Die Angabe zum Zitronensaft im Rezept kann aus diesem Grund mitunter variieren.

Bevor man den Whisky Sour mit Ei mixt, sollte man das Eiweiß vom Eigelb trennen. (Foto rawpixel / Unsplash)
Bevor man den Whisky Sour mit Ei mixt, sollte man das Eiweiß vom Eigelb trennen. (Foto rawpixel / Unsplash)

Geheimtipp: Whisky Sour mit Eiweiß

Auch in der offiziellen Variante des Whiskey Sour ist immer wieder von Eiweiß die Rede. Auf den ersten Blick kommt einem das glibberige Ei in einem Drink erstmal fehl am Platz vor. Doch es hat dort durchaus seine Berechtigung. Wer es ausprobiert wird merken, dass durch das Eiweiß noch mehr Struktur und Geschmack in den Drink gelangt.

Was braucht man für den Whisky Sour mit Eiweiß?

  • 4 cl Whisky (wir haben Glenfiddich 12 Jahre verwendet)
  • 3 cl Zitronensaft
  • 1 Löffel Rohrzucker
  • 1 Eiweiß (vorher trennen und dann hineingeben)

Wie mixt man den Drink?

Bei dieser Variante ist besonders wichtig, dass das Eiweiß gut aufgeschlagen wird, da es sonst einen leicht schleimigen Eindruck im Mundraum hinterlässt. Also alle Zutaten richtig kräftig mit Eis shaken und ebenfalls in ein Tumbler-Glas mit Eiswürfeln füllen. Das Ei verleiht dem Whisky Sour mehr Körper und sorgt für ein ausgewogeneres Geschmackserlebnis. Aber Vorsicht: Wenn man zu lange wartet oder nicht genug geshaked hat, trennt sich das Eiweiß wieder vom Rest des Drinks…

Das Standard-Rezept für einen Whisky Sour hier im Überblick. (Grafik: Whiskyglas.org)
Das Standard-Rezept für einen Whisky Sour hier im Überblick. (Grafik: Whiskyglas.org)

Whisky Sour für Fortgeschrittene

Von einem interessanten Experiment berichtet das Mixology-Blog: Während für den Whisky Sour üblicherweise Bourbon verwendet wird, haben sich verschiedene Barkeeper bei einem Workshop an Varianten des Whisky Sour mit Scotch probiert. Wichtig für den Geschmack scheint auch hier das Verhältnis der Zutaten zueinander zu sein:

„Wir mixen mit einem Einsteiger- Scotch (Blended) verschiedene Whisky Sours in unterschiedlichen Verhältnissen. Begonnen wird einen Hauch süßer mit 6/3/2 (Scotch/Zitronensaft/Zuckersirup) um sich dann langsam vorzuarbeiten in die trockeneren Gefilde in Richtung 7/2/1. Eine Mehrheit findet sich schließlich beim Verhältnis 6/3/1,5.“

Interessant scheint die Verwendung von schottischem Whisky vor allem vor dem Hintergrund einer größeren aromatischen Vielfalt und einer ausgeprägten Rauchigkeit zu sein.

Welche Whiskys/Whiskeys nimmt man für den Whiskey Sour?

Je nach Variante kommen viele verschiedene Abfüllungen für diesen Klassiker untern den Drinks in Frage. Die Auswahl des Whiskeys hängt dabei auch davon ab, inwieweit der Whiskey dem Drink seinen Stempel aufdrücken soll (also wie markant er ist). Aber auch der Preis spielt je nach persönlichen Geldbeutel eine Rolle. So funktioniert ein Whiskey Sour sowohl mit dem Jim Beam White Label oder Double Oak, ist aber mit einem Buffalo Trace oder Four Rouses noch markanter. Auch ein Rye-Whiskey (z. B. Bulleit Rye) kann in den Whiskey-Sour spannende Würzigkeit einbringen.

Wenn man Scotch-Whisky verwenden möchte sind relativ günstige Blends wie Famous Grouse, Johnnie Walker Black Label und Loch Lomond die erste Adresse und stechen positiv hervor. Markanter sind jedoch Blended Malts oder sogar Single Malts. Wir finden, dass auch leicht bis stark rauchige und torfige Whiskys (z. B. Ardmore Legacy oder Talisker Skye) spannende Nuancen in den Whisky Sour bringen. Am Ende entscheidet wohl doch der Gast (und der persönliche Geschmack), welche Mischung in seinem Whiskyglas ihren festen Platz findet.

In was für einem Glas sollte man einen Whisky-Sour servieren?

Für einen klassischen Cocktail wie den Whisky Sour ist ein Whisky-Tumbler in unseren Augen sehr gut geeignet. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass das Glas nicht zu groß ist, so dass der leckere Cocktail auch angemessen zur Geltung kommt und nicht im Glas „verschwindet“. An einem Whisky-Tumbler kann man (wie oben im Bild) leicht mit etwas Zitronensaft und Zucker einen schönen Rand gestalten. Man kann den Whisky Sour jedoch auch ausschließlich mit Eis und einem Schnitzer Zitrone oder Orange garniert servieren. Offiziell empfohlen wird von der IBA jedoch ein Martini Cocktail-Glas sowie die Verzierung mit Maraschino-Kirsche und Orangenschnitz. 

Wie mixt ihr euren Whiskey Sour? Schreibt uns in den Kommentaren!

10 thoughts on “Whisky Sour Rezept: Jetzt einfach selber mixen”

  1. Wir haben in den letzten 3 Wochen über 50 verschiedene Whisky Sorten für Whisky Sour ausprobiert… erstaunlicher Weise haben alle Probierer EINHEITLICH den Favouriten ausgewählt. Resultat… der beste Whisky für Whisky Sour ist… Talisker 10 Jahre

    Ist natürlich geschmackssache und wir bevorzugen generell eher holzige/torfige Whiskys… aber der Geschmack ist einfach wahnsinnig geil und kein anderer Whisky Sour hatte hier eine Chance gegen den Talisker-Whisky Sour

  2. @ Schonzeck.
    Ich glaube, du verwechselst das was. Whiskey Sour wird vornehmlich mit Bourbon zubereitet. Ein Sour mit Talisker ist vielmehr ein Scotch Sour.

  3. Das was im Artikel beschrieben ist, ist aber auch ein Scotch Sour. Noch dazu mit zuviel Saft und viel zu wenig Whisky.

    ich mixe einen Whisky Sour mit 6cl Whisky, 4cl Zitronensaft und 2 cl Zuckersirup

  4. Als Tipp für den Whisky Sour mit Eiweiß, das Eiweiß als erste Zutat dazu geben, falls bei der Trennung von Eiweiß und Eigelb doch etwas von der Schale in den Shaker landet, den Inhalt müsste man ja in dem Fall verwerfen.

    Und ganz interessant ist ein Dry-Shake bevor man mit Eis arbeitet. Also alle Zutaten erstmal ohne Eis kräftig shaken, dann den Shaker öffnen und wieder erneut shaken und anschließend abseihen. So bekommt man eine sehr stabile und schöne Schaumkrone.

  5. Das mit dem Talisker kann ich nur unterschreiben. Als ein Aushilfs-Bartender meinen Wunsch nach einem Manhattan nur mit Fragezeichen in den Augen quittierte, fragte ich, ob er mir einen Whisky Sour machen könnte, wenn ich ihm das Mischungverhältnis sage. Froh über den Vorschlag, brachte er mir kurz drauf den besten Whisky Sour meines Lebens! Als ich wissen wollte, welchen Whisky er verwendet hatte, schaute er nochmal nach der Flasche und sagte „Talikser, oder so ähnlich“…

  6. Hallo, ich kenne dieses köstliche Getränk aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wir haben damals auch eine oder zwei Maraschino Kirschen und einen Löffel voll vom Saft beigegeben. Köstlich.
    Hab heute ganz was Verrücktes gemacht… Heisses Wasser, Rohrzucker, Zitronensaft und Bourbon Whiskey… ein tolles Wintergetränk… schmackhafter als Grog und geistreicher als Tee… 😉😊

    1. Ein guter Single Malt (Glenfiddich zähle ich nicht dazu) kann den Whisky Sour noch besser machen. Sicherlich kein im Sherry Fass (oder Port/Amarone/Bordeaux) gereifter aus dem Osten, aber insbesondere die Peaty Scotchs von den Inseln (Talisker, Ardbeg, Lagavulin und Co) verleihen dem Sour eine ungeheure Komplexität und Rauchigkeit. Der Schotte würde niemals auf die Idee kommen billigen Bourbon für den Sour zu nutzen, ich ebensowenig. Pure Verschwendung eines Genusserlebnis.

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